Ein Mensch, der aus der großen Stadt
ins Grüne sich begeben hat,
läs hier, allein auf weiter Flur,
recht gern im Buche der Natur.
Doch bald betrübt er wieder geht:
Denn ach!, er ist Analphabet!


Eugen Roth 1895-1976
Bericht von Dr. Wolfgang Roser
Wer mehr weiß, sieht mehr, schätzt mehr, schont und schützt

Die Volunteergruppe Naturschutzgebiet Teck veranstaltet gut nachgefragte Führungen zu Biotopen und Geotopen am Albtrauf und auf der Albhochfläche, vorwiegend zu Naturschutz­gebieten und Naturdenkmalen. Die Volunteers verstehen sich als freiwillige Lobby für Natur und Um­welt und wollen den hauptamtlichen Naturschutz bei seiner Öffentlichkeitsarbeit für den Erhalt der biologischen Vielfalt unterstützen.

Seit 10 Jahren
In einer Ausschreibung im Herbst 1998 suchte das Landratsamt Esslingen bürgerschaftlich Enga­gierte mit Interesse für Naturschutz speziell für Aktivitäten am Naturschutzgebiet Teck. Als dieses am 9.11.1999 offiziell ausgewiesen wurde, hatte die neue Gruppe ein Konzept für Führungen durch die geschützte Natur am Teckberg erarbeitet. Am 26.3.2000 startete die erste Führung zu den Früh­blühern; da waren gleich 70 Teilnehmer dabei. Solche Nachfrage hat sich seither ungebrochen erhal­ten; viele Leute entschließen sich wetterabhängig spontan sonntagmorgens zum Mitlaufen und Zuhö­ren, immer wieder auch zum Mitdiskutieren.

Was, wann und wohin
Über die Lokalpresse und das Jahresprogramm des Naturschutzzentrums Schopflocher Alb sowie unsere Homepage www.teckberg.de werden die Führungen bekannt gemacht. Von 2000 bis 2007 fanden seither jährlich 8 – 10 Führungen statt, insgesamt über 70 mit zusammen etwa 3000 Teilnehmern.

Seit 2002 gehört fest ins Programm ein Ausflug für Personen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, dazu Angehörige und Betreuer. Dazugekommen ist außerdem eine Veranstaltung für Familien mit Kindern.

Führungen finden nicht nur am Teckberg, sondern an weiteren Natursehenswürdigkeiten der Mittleren Schwäbischen Alb statt. Südlichster Ort war seither der Sternberg bei Gomadingen.

Das Besondere an diesen Führungen ist: Es geht nicht nur um Pflanzen und Tiere, sondern

auch um Gesteine, um Erd- und Landschafts­geschichte und wo möglich um Burgen- und Orts­geschichte. Bei manchen Führungen kommen lokale Experten zum Obst- und Weinbau, zum Waldbau, zur Ziegen- und Schafhaltung zu Wort; oder es wird eine Kirchenführung angehängt.

Die Volunteers sehen sich entweder aus langjährigem Hobby der Naturbeobachtung oder aus beruf­licher Erfahrung als Biologen und Geologen qualifiziert. Sie kooperieren mit dem Naturschutzzentrum Schopflocher Alb und mit dem Amt Bauen und Naturschutz im Landratsamt Esslingen. Derzeit gibt es 12 Mitglieder.

Ausstellung
Im Jahr 2003 wurde mit zusätzlichem Aufwand im Naturschutzzentrum Schopflocher Alb die Wander­ausstellung DER SCHWÄBISCHE VULKAN aufgebaut; viele Sonderführungen fanden dazu statt und man zählte fast 4000 Besucher. Mit dem gleichem Titel wurde ein Begleitbuch vorgelegt, das als anerkann­ter Ausflugs- und Naturführer weiterhin im Buchhandel zu haben ist.

Ziele
Im Laufe der letzten 40 Jahre, also während einer Generation, ist in Baden-Württemberg soviel Bo­den versiegelt worden wie insgesamt in allen Generationen davor seit Beginn der Besiedlung. Die verbliebenen naturnahen Flächen sind allerdings oft gleichermaßen interessant für den Naturschutz wie für die Erholungssuchenden. Die Beanspruchung der Landschaft für Freizeitsport und Tourismus sollte wie auch alle land- und forstwirtschaftliche Nutzung schonend und schützend erfolgen. Dafür muss man werben und überzeugen.

Engagement für Natur- und Umweltschutz hat auch ein gesellschaftspolitisches Ziel: die Anmahnung von nachhaltiger Gestaltung auf den Ebenen der Kommunen und des Landes mit der Prämisse: Gemeinnutz durchsetzen vor Eigennutz! Konkret: So wichtig wie ein gut funktionierendes Straßen­netz ist ein wachsendes Netz von Schutzgebieten biologischer Vielfalt.