Karstformen entstehen, wenn Wasser und Kalk zusammenkommen. Das auf der Albhochfläche niedergegangene Regenwasser versickert rasch in den zahlreichen Klüften und Fugen des Kalkgesteins. Erst nach längeren unterirdischen Wegstrecken kommt es dann einige 100 Höhenmeter tiefer in Talquellen wieder ans Tageslicht. Ca. 24 Stunden braucht das Wasser von der Ortschaft Böhringen zu den knapp 4 km entfernten Schlattstaller Quellen. Das Wasser der Gutenberger Lauterquelle kommt aus dem 300 m höher gelegenen Gebiet ums Schopflocher Moor.
Wo der Weg des Wassers durch undurchlässige Ton- oder Mergelschichten in die Tiefe versperrt wird, sammelt es sich in den darüber liegenden Fugen des Gesteins. Dort können über lange Zeiten hinweg große, horizontal verlaufende Höhlen ausgewaschen werden, die man als Schichtfugen-Höhlen bezeichnet. Das Goldloch in Schlattstall und die Höllsternhöhle in Gutenberg werden auch heute noch von einem Höhlenbach durchflossen.

Höllstern Karstquelle

Lauter Sinterterrassen
n reinem Wasser ist Kalk praktisch unlöslich. Er löst sich aber langsam in Regenwasser, das aus der Luft Kohlendioxid (CO2) aufgenommen hat. Regenwasser ist deshalb eine schwach saure Lösung, die Kalk auflösen kann. Das dabei entstandene wasserlösliche Produkt wird vereinfacht als „gelöster Kalk“ bezeichnet. Die chemische Zerstörung des Kalks heißt Korrosion und ist der zentrale Prozess bei der Verkarstung.