Wald und
Frühblüher

Aktualisiert: 09.11.2011
Aktuelles Datum: 22.02.2012
Bericht von Dr. W. Roser

Das Aufblühen der Geophyten

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Zeitfenster des Blühens im Wald

Im Zeitfenster zwischen letztem Frost und Laubentfaltung der Buchen ist am Waldboden tagsüber viel Licht und Erwärmung. Die Lichtstrahlen werden teilweise reflektiert, teilweise aber oberflächlich absorbiert und gelangen dann als Wärmestrahlung in die noch kaum zersetzte Laubstreu des Vorjahres, die dadurch auf bis 30° aufgeheizt wird bei Lufttemperaturen von 5-10°. Kalt und nicht wachstumsanregend ist es auch noch im Boden bei den Wurzeln der Bäume. Mit Wärme im Falllaub und Wasser aus der Schneeschmelze treiben solche Pflanzen rasch aus, die Baustoffe aus Zwiebeln, Knollen oder Wurzelstöcken mobilisieren können. Das sind spezifische Schnellstarter. Häufig erscheinen die Blüten zuerst und bringen sogleich die Fortpflanzung in Gang. Nektarsaugende und pollenfressende Insekten sind unterwegs und besorgen Bestäubung und Befruchtung. Der übrigen pflanzenfressenden Tierwelt entgegen wirken die Frühblüher mit Inhaltsstoffen ihrer Zellen, die auch uns Menschen giftig sind, je nach Dosis aber manchmal arzneilich genutzt worden sind.

Die meist später auskeimenden Blätter nutzen das viele Licht zur Fotosynthese von Zucker; neue unterirdische Speicherorgane mit Vorratsstoffen für das nächste Jahr werden dann angelegt. Bei fortschreitender Belaubung der Baumkronen wird der Wald undurchsichtig. Bei Dunkelheit und Kühle am Waldboden vergilben die Blätter der Frühblüher und werden schnell zersetzt.. Die Frucht- oder Samenverbreitung besorgen häufig die Ameisen.

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Ab Mitte Mai beginnt die Zeit der schattenertragenden Waldbodenpflanzen.

Viele Bäume und manche Sträucher sind ebenfalls Frühblüher, teilweise vor ihrem Laubaustrieb. Für die Windbestäubung produzieren Hasel, Birke, Buche, Hainbuche, Eiche, Erle, Pappel und die Nadelhölzer gewaltige Mengen an Pollen, was auch Bienen und anderen Insekten als Nahrung zugute kommt. Manche wie Weiden, Ahornarten und Linden werden - obwohl mit unscheinbaren Blüten - auch von Insekten bestäubt, die wegen des Pollens und/oder Nektars kommen.

Der Haselstrauch blüht frühzeitig um den 10. Februar (Mittelwert für das Neckarland).