Führung
Sternberg

Aktualisiert: 15.10.2011
Akt. Datum: 19.05.2012
Text: Wolfgang Roser
Fotos: Jürgen Dally und Wolfgang Roser
Internetbearbeitung: Jochen Kresse

Führung am Sternberg bei Gomadingen

9.10.2011 von 9.30 – 13 Uhr

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Sternberg

Bei zunehmend heiterem Himmel hatten sich fast 30 Teilnehmer eingefunden, begrüßt von Roland Krämer zur letzten Führung dieser Saison.
Fritz Rosenberger schilderte am Tor des heutigen Gestütshofs bzw. ehemaligen Dominikannerinnenklosters die Mehrdeutigkeit des Ortsnamens Offenhausen.
Sodann begann der Aufstieg zum Berg auf dem alten Klosterweg Richtung Zwiefalten; von dem ging es in großem Bogen auf den sanft ansteigenden Südhang mit seiner wunderschönen Wacholderheide.
Zuerst wurden die Keltenfunde aus dieser Region gewürdigt, dann beschrieb Ingrid Dauschek den Wacholderstrauch als Hauptdarsteller auf der Schafweide.
Reichlich vorhanden war auch noch in Blüte der Deutsche Enzian, vereinzelt standen Silberdisteln. Inmitten des Magerrasens befindet sich eine 4x4 m große Versuchsfläche, ein sogenanntes Exploratorium zur Erforschung der Artenvielfalt.
Zu den Aufgaben des Biosphärengebiets Schwäbische Alb gehört auch Forschung: auf je 50 Versuchsflächen im Laubwald und auf Grünland, teilweise bis 50x50 m groß, wird das Artenspektrum und die Populationsdichte aller erfassbaren Lebewesen über Jahre hinweg verfolgt.
Durch einen Verbund mehrerer Universitäten werden dabei verglichen die Biosphärenreservate Schwäbische Alb, Schorfheide-Chorin in Brandenburg und Nationalpark Hainichen in Thüringen. Am Südhang des Sternbergs fallen weiterhin einige ehemalige Dolomitsandgruben auf.
Der hier anstehende Dolomit zerfällt stellenweise in feingrusigen Sand, früher abgebaut als Bausand anstelle des hier nirgends vorhandenen Quarzsandes.

Von seltener Klarheit war die Aussicht vom Turm zwischen Teck, Lichtenstein und Bussen mit der Andeutung eines Alpenblicks.

Am Sternberg ist die auf der Alb höchst seltene Gelegenheit, kompaktes Vulkangestein anzufassen:
In einem Aufschluss unterhalb des Turms ist der Überrest eines vor ca. 15 Mio Jahren entstandenen Lavasees zu besichtigen.
Wolfgang Roser erläuterte Verbreitung und Entstehung des Schwäbischen Vulkans, Fritz Rosenberger demonstrierte , wie man dank des geringen Gehalts an Magnetit auch verstecktes Vulkangestein aufspüren konnte.
Hauptbestandteil des ehemaligen Schmelzflusses ist aber das Mineral Olivin.

Vorbei an den löchrigen Dolomitfelsen ging es steil bergab zur Quelle der Großen Lauter, innerhalb der alten Klostermauer gefasst und auch gleich zur Stromerzeugung genutzt.
Vor wenigen Mio Jahren entsprang die Lauter nordwestlich des Lichtensteins.
Das Tal dieser Ur-Lauter ist heute ein Trockental.
Das dortige Oberflächenwasser versickert und erreicht unterirdisch die Echaz.