Vögel am Albtrauf
Beitrag von Dr. W. Roser
Etwa 250 verschiedene Vogelarten sind im Landkreis Esslingen nachgewiesen. Davon sind etwa 100 Arten Brutvögel, die restlichen sind Zugvögel, die im Frühjahr und Herbst das Kreisgebiet überqueren oder auch eine Rast einlegen, wie zahlreiche Wasservögel an den Wernauer Baggerseen.
Drastische Veränderungen der letzten Jahrzehnte wie die fortschreitende Zersiedlung und der Strukturwandel in der Land- und Forstwirtschaft wirkten sich besonders negativ auf die Vogelwelt unserer Region aus. Vögel sind äußerst sensible Bioindikatoren, die sehr schnell auf Umweltveränderungen reagieren. Viele Arten, darunter besonders Kleinvögel, haben massive Bestandseinbußen erfahren oder sind ganz verschwunden. Beispiele: Bis 1975 war das Braunkehlchen an der Teck ein "Allerweltsvogel", heute ist es fast ganz verschwunden. Den Wiedehopf konnte man um die Teck bis Neidlingen in den Streuobstwiesen beobachten und hören; das ist vorbei.
Forschungsergebnisse von Wulf GATTER zeigen, dass sich z.B. u.a. die starke Vermehrung des Fuchses (Tollwutimpfung, geringe Bejagung) oder des Schwarzwildes existenzbedrohend auf die Bodenbrüter des Waldes (Waldlaubsänger), der Wiesen (Braunkehlchen) und der Ackerfluren (Rebhuhn) auswirkt.
Vogelzug und Vogelbestände in Mitteleuropa, 30 Jahre Zugbeobachtungen am Randecker Maar. Aula-Verlag 2001
Es gibt aber auch einige Vogelarten, deren Bestand zugenommen hat wie die Elstern und Rabenkrähen, oder die unsere Region wieder- bzw. neubesiedelt haben: dazu gehören der Wanderfalke und der aus dem Alpenraum zugewanderte Kolkrabe. Beim Rotmilan haben die Durchzugszahlen am Randecker Maar zugenommen.
Moderner Vogelschutz orientiert sich jetzt am ganzheitlichen Natur- und Landschaftsschutz, der auf Erhalt bzw. Stabilisierung der entsprechenden Lebensräume zielt. Beispielsweise ist klar, dass Störche ohne großflächige Feuchtgebiete nicht leben können. Bis 1937 haben sie in Dettingen gebrütet!
Auf was sollte man beim Beobachten und Bestimmen achten?